Gaspreisentwicklung 2012

Derzeit ist eine permanente Steigerung der weltweiten Nachfrage nach Erdgas zu beobachten. Gas ist ein umweltfreundlicher Rohstoff und wird dementsprechend immer häufiger in Privathaushalten, in der Industrie, aber in verstärktem Maße auch z.B. in Autos eingesetzt. In der Bundesrepublik wird der Verbrauch von Gas in den nächsten Jahren stark steigen, da im Zusammenhang mit dem im Sommer 2011 beschlossenen Atomausstieg in Deutschland vermehrt auf Gaskraftwerke als Brückentechnologie hin zu erneuerbaren Energien gesetzt wird. So soll der Anteil der Gaskraftwerke von derzeit ca. 14% an der deutschen Stromversorgung in nur wenigen Jahren auf über 20% ansteigen. Da die weltweiten Ressourcen begrenzt sind, hat die Steigerung der Nachfrage selbstverständlich Auswirkungen auf den Gaspreis, auch wenn die Versorgungssicherheit in Deutschland mit Einweihung der russisch-europäischen Ostsee-Pipeline Nord Stream weiter gestiegen ist.

In den letzten Jahren war eine permanente Erhöhung der Gaspreise zu beobachten, im Zeitraum von 1991 bis 2008 war etwa eine Verdopplung des Erdgaspreises zu verzeichnen. In Anbetracht der ungebrochen steigenden Nachfrage ist auch in der kommenden Zeit mit Preissteigerungen zu rechnen. So wurde zu Beginn des Jahres 2012 der Gaspreis von den Anbietern im Durchschnitt um 8% erhöht. Allein mit den Weltmarktpreisen ist diese Erhöhung allerdings nicht zu rechtfertigen. Jahrelang wurde der Gaspreis künstlich hochgehalten durch seine Kopplung an den Ölpreis. Nachdem die Ölpreisbindung aber 2010 aufgehoben wurde, gibt es auch Gas zu günstigeren Konditionen. Heute kann man feststellen, dass der Erdgas-Einkaufspreis, der den Hauptanteil am Gaspreis bildet, sehr unterschiedlich bei den einzelnen Anbietern ist. Einige Versorger besitzen noch Verträge aus der Zeit der Ölpreiskopplung, aber mehr und mehr Anbieter sind dazu übergegangen, kurzfristigere Verträge mit den Gasanbietern abzuschließen, wodurch sie die Möglichkeit haben, flexibler auf Preisänderungen reagieren zu können. Auch die Netzkosten sind bei den einzelnen Anbietern sehr unterschiedlich ausgeprägt, je nachdem, ob es sich um einen überregionalen oder einen regionalen Anbieter handelt und ob dieser selbst die Netze betreibt.

Auch wenn sich die Gasanbieter naturgemäß schwer tun, eventuell sogar die Preise zu senken, die Liberalisierung des Gasmarktes, die es deutschen Verbrauchern seit 2006 erlaubt, ihren Gasanbieter frei zu wählen, hat zur Folge, dass man durchaus bei einem Vergleich der angebotenen Tarife und Tarifmodelle günstige Anbieter finden kann. Leider machen noch nicht so viele Kunden wie etwa bei den Stromanbietern von dieser Möglichkeit Gebrauch. Das ist um so unverständlicher, da es teils erhebliche Unterschiede zwischen den Anbietern gibt, sei es bei den monatlichen Grundgebühren, die nicht von allen erhoben werden, bei den Vertragslaufzeiten, bei den Preisgarantien oder auch bei diversen Bonussystemen, die einzelne Anbieter sowohl für Neu- als auch für Bestandskunden etabliert haben.


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